Geleitwort des Verlegers

Liebe Leserin, lieber Leser

Jedes Manuskript, jedes Werk, das als Buch in meinem Verlag erscheint, hat auf ganz eigenem Weg zu mir gefunden. Das explosive Kind kam mir vor Jahren als englisches Taschenbuch in die Hand. Die Lektüre wurde mir nahegelegt von Steven Harrison, dem ersten und prägendsten Autor von Edition Spuren. Ausgerechnet er! Von dem amerikanischen Mystiker haben wir  2004 den Essay «Das glückliche Kind» veröffentlicht, ein fröhlich verspielter Aufruf zu mehr Freiheit und Vertrauen zwischen Erwachsenen und Kindern.

Steven Harrison war zu Gast bei uns, nachdem wir kurz zuvor Eltern geworden waren durch Adoption eines vierjährigen Jungen. Das Verhalten unseres Sohnes erinnerte den Schriftsteller an Erziehungsthemen bei sich daheim in der eigenen Familie. Als ich unserem Freund offenbarte, was für Tobsuchtsanfälle wir mit unserem Sohn gelegentlich durchzustehen hatten, empfahl er mir den vorliegenden Ratgeber.

Und tatsächlich: Hier fand ich ziemlich genau die Dramen beschrieben, die wir als Familie in unschöner Regelmäßigkeit durchmachten. Demnach waren wir nicht die einzigen, deren Kind im geschützten und verschwiegenen Rahmen der Familie immer wieder aus nichtigem Grund tobte und völlig die Fassung verlor. Was für eine Erleichterung, von einem ausgewiesenen Fachmann gesagt zu bekommen, dass es einen gibt und man mit seinen Problemen nicht ganz alleine dasteht.

Aber nicht allein das. Das explosive Kind weist auch ganz praktische Wege, wie man als Familie der Sackgasse entkommt, in die man durch den Streit um die Ausbrüche gerät. «Kinder machen es gut, wenn sie können», steht da in grossen Lettern. Wissen wir Eltern das denn nicht? Doch. Dummerweise haben wir es über all der Gereiztheit und dem Streit mit unseren explosiven Kindern vergessen. Gut, dass uns Ross W. Greene daran erinnert. Und es bleibt nicht bei schöner Theorie. Hier bekommen Eltern und Kind Mittel an die Hand, mit denen sie gemeinsam auf eine positive Grundlage zurückfinden.

In unserer Familie jedenfalls hat sich die hier beschriebene Methode des Kollaborativen Problemlösens bewährt. Nicht von heute auf morgen, aber im Verlaufe von Wochen und Monaten. Ich wünsche Ihnen und Ihrer Familie, dass dieses Buch auch für Sie Früchte trägt. Um mit Ihnen Erfahrungen, Fragen und Anregungen zu teilen, haben wir eine Website aufgeschaltet: www.das-explosive-kind.de

Unserem Sohn übrigens bin ich zutiefst dankbar. Ja, auch dafür. Ohne seine Explosionen hätte ich nicht zu diesem wunderbaren Buch gefunden. Und das wäre echt schade. Denn nun sind wir mit ihm unterwegs vom explosiven zum glücklichen Kind.

Mit herzlichen Grüßen

Martin Frischknecht




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